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Napoleon von der Kukesburg
*07.08.2016

2016 war es soweit, ich wollte mir den Traum vom ersten eigenen Hund erfüllen.
Lange habe ich überlegt, wo soll der Welpe her kommen, wird es ein Berner oder doch einen andere Rasse, denn ich wollte ja weiter Hundesport machen.
Aber wer kennt das nicht: Einmal Berner, immer Berner.
Als blieb noch die Frage, von welchem Züchter. Durch 2 angekörte Rüden in der Familie bekommt man ja so einiges mit in der Berner Welt, dass machte die Entscheidung nicht leichter.
Dann stand die Entscheidung, es sollte auf alle Fälle Kukesburgerblut sein, also auf einen Deckakt von unserem Justus warten und einen Sohn nehmen oder gleich das volle Kukesburgerprogramm?
So entschied ich mich aus dem nächsten Wurf von Gerda Feuerhake einen Kukesburger zu nehmen, so hätte mein zukünftiger dieselben Aufzuchtbedingungen wie es bei Justus der Fall war.

Nachdem die Verpaarung für den N-Wurf stand, war ich sehr glücklich, denn mit meinem zukünftigem Welpen hatte ich mütterlicherseits einen Teil von Justus und väterlicherseits einen Teil von meinem verstorbenem Donner.

Das decken klappte, die TiHo bestätigte die Trächtigkeit, der Geburtstermin rückte näher.
Dann kam am 07.08.2016 gegen halb 5 der Anruf von Gerda: Es geht los Franzi.
Ich setzte mich ins Auto um auch bei dieser Geburt dabei zu sein,  Gerda hatte mir schon beim L- und M-Wurf diese Möglichkeit gegeben und dafür kann ich nicht genug danken.
Um 8:40 Uhr war die Geburt beendest, Mathilda hatte 4 Babys, 2 Jungs und 2 Mädels.

Bis zur 7. Woche beobachtete ich die Zwerge, besonders die Jungs, nahm sie immer wieder auf den Arm, spielte mit ihnen.
Am 25.09.2016 stand fest, Rüde blau wird mein Napoleon.
Am 07.10.2016 fuhr ich nach der Arbeit nach Hachmühlen und holte Napoleon ab. Das Wochenende verbrachten wir mit 4 Hunden in Rosdorf.


Justus und Galea kannten Napoleon ja von den Besuchen bei Gerda schon und fanden die Idee ihn jetzt täglich um sich zu haben nicht so prickelnd, Osbourne hingegen fand den neuen Kameraden spitze.



















Am 10.10. meisterte Napoleon seinen ersten Arbeitstag perfekt.
Um ihn optimal zu prägen und für seinen weiter „Kariere“ den Grundstein zulegen gingen wir mittwochs nach der Arbeit in Bentierode in die Welpengruppe und samstags dann in Bühren.
Ende Oktober besuchte Napoleon sein erste Fährtenseminar, kurz darauf seinen ersten UO/SD-Kurs.
Er zeigte sich so wie ich es mir erhofft hatte, hochmotiviert, verfressen und talentiert.
Die Verwandtschaft zu Justus kann er nicht leugnen.

Dann kam der Dezember 2016, mein Hund lag apathisch in der Ecke, hatte erhöhte Temperatur, plötzlich Durchfälle aber mit Magen-Darm-Schonkost ging es  langsam bergauf.
Weihnachten 2016 wimmerte er den ganzen Tag, hatte Durchfall, wollte nicht fressen und trinken, bzw. wie ich jetzt weiß konnte er nicht.
Der 30.12.2016 war dann der bis dato schlimmste Tag. Trotz Schmerzmittel lag Napoleon auf der Seite, alle viere von sich gestreckt, als ich ihn ansprach probierte er den Kopf zu heben und begann zu schreien.
Er schrie und hörte nicht auf.
















Man sah ihm an, dass er sich gar nicht wohl fühlte, sobald er den Oberkörper bewegte schrie er.
Wir haben diese Nacht zusammen auf dem Fußboden verbracht, etwas Ruhe fand Napoleon, als er seinen Oberkörper etwas erhöht auf meinem Körper lagerte und ich seinen Kopf stütze.
Nach weiteren Röntgenbildern, Blutbildern, Besuchen bei der Chiropraktikerin, anderen Schmerzmitteln, …. waren alle ratlos.











 






Da er Mitte Dezember mit Justus getobt hatte und dieser ihn etwas unsanft am Rücken getroffen hatte, glaubten alle hier die Ursache für seine Schmerzen.

Am 25.01.2017 lag Napoleon im Wartezimmer und probierte noch nicht mal den Kopf zu heben, als sein bester Kumpel die Praxis betrat. Inzwischen gab e seine Verdachtsdiagnose, die mittels CT und Liquor Punktion bestätigt hätte werden können. Es lag gerade das aktuelle Blutergebnis von Napoleon vor, was eine OP von Napoleon unmöglich machte, er hätte womöglich nicht mal den Transport in die Klinik geschafft.
Also entschlossen wir uns die Therapie zu starten, was hatten wir zu verlieren?
Napoleon bekam um 11 Uhr 60mg Kortison gespritzt, um 13 Uhr konnte er schmerzfrei aufstehen, um 17 Uhr hatte ich meinen „alten“ Hund wieder.
Nun wo feststand Napoleon hat SRMA begann für uns ein langer Weg der Therapie.
Das Kortison musste mindestens 6 Monate gegeben werden, engmaschige Blutkontrollen standen auf der Tagesordnung.
Dann kriegte Napoleon Durchfall,  keine Magen-Darm-Schonkost, keine Antibiose, einfach nichts was wir unternahmen brachte Linderung. Dann bestätigten der Ultraschall und die Blutergebnisse: akute Pankreatitis. Das war der Zeitpunkt wo mein Handy zum Tablettenwecker wurde, es gab 3xtgl Novalgin und Sucrabest (im 8std, Rhythmus), 2xtgl Omep, jeweils  30 min. vor den Mahlzeiten, 2xtgl Kortison (im 12 Std, Rhythmus), 2xtgl. Antibiose, 1xtgl  Vit. B, 1xtgl Vivomixx und 1xtgl Leberschutz.











Unterstützend gab es Infusionstherapie, mit Halskragen, denn auch seine Liebe zu Fremdkörpern entdeckt mein kleiner Hund wieder. Zwei Venenzugänge wanderten durch den Hund.
Vor Dezember 2016 hatte er schon einen Wooba Kong, 2 Saugnäpfe und eine Wäscheklammer gefressen.


Seit dem 25.01 hatte ich dank des Kortisons ein Auslaufmodell, wir sind ob Tag ob Nacht alle 2 Stunden raus, Pipi machen. Das kam noch erschwerend zu seinem stark angeschlagenen Magen-Darm-Trakt dazu.



















Was uns so gut geholfen hat macht uns auch das Leben zur Hölle…
Napoleon war vor Beginn der Therapie schon verfressen, aber  sein Hunger wurde unstillbar, er fraß alles was er fand oder klauen konnte, er kriegte durch den Überschuss an Kortison einen Cuching Bauch, er war eine kleine laufende Tonne.
Denn gewachsen ist er seit Januar 2017 nicht mehr, auch sind alle stellen die rasiert wurden nicht nachgewachsen. Belastbar  war er zu diesem Zeitpunkt auch nicht, raus, Geschäft erledigen und wieder rein.


Die wöchentlichen Blutkontrollen wurden zum Ritual, genauso wie die ganzen  Medikamente.

Mitte August 2017 kam endlich der lang ersehnte Tag, das Blutbild war okay, wir konnten auch das letzte bisschen Kortison absetzen.
Wir hatten es geschafft. Schnappi  (so nenne wir Napoleon inzwischen) kann endlich ein normales Leben führen.

Vom Kortison gezeichnet, kamen nach und nach Zeichen der Veränderung bei Schnappi. Sein Fell wuchs auf einmal, seinen Welpenplüsch , den er mit inzwischen 14 Monaten noch hatte, verschwand langsam. Seine Zähne schoben noch mal nach und er hob das erste Mal in seinem Leben das Beinchen. Er wurde aktiver, jagte Blätter, Vögel und blühte förmlich auf.  Ich hatte ein riesen Baby, knapp 40 kg mit dem Benehmen eines 6 Monate alten Hundes.

Anfang Dezember dann wieder die Blutbildveränderung, Fieber, aber scheinbar nur ein Infekt,
denn er war schnell wieder der Alte.

Bis zum 06.01.2018, da hatten wir einen auf Krawall gebürsteten Hund, ja er hatte durch die Kortisontherapie eine Wesenveränderung, aber das was er an dem Tag zeigte toppte alles was er vorher zeigte.
Der 07.01.,dann das genaue Gegenteil, er stand morgens nicht auf.
Er fraß und trank, war aber sonst sehr lustlos und das komplette Gegenteil vom Tag zuvor.
Um 16 Uhr waren wir spazieren und in seinem Haufen fand ich einen Spülschwamm.

Ihm lag also nur mal wieder ein Fremdkörper schwer im Magen.

Montag 08.01.2018, Napoleon fraß lustlos, trottete zur Arbeit, sonst rannte er immer hin.
Er lag wie immer im Wartezimmer und um 11 Uhr kam sein Kumpel, aber Napoleon rührte sich nicht, dann versuchte er den Kopf zu heben und begann zu schreien. Wir wussten es geht wieder von vorne los.

Es gab Kortison, 2 Stunden später hatte ich einen  schmerzfreien Hund, der  prompt wieder zum Auslaufmodell wurde.

Das komplette Jahr 2017 wiederholte sich, zum Glück ohne die Pankreatitis, aber sämtliche Nebenwirkungen sind zurück, selbst heute wo ich diese Zeilen schreibe (04.08.2018) ist sein Bauch noch kahl. Napoleon liegt gerade auf meinen Füßen, direkt vor mir.
Seine aktuellen Blutwerte sind wieder schlechter, evtl. müssen wir das Kortison wieder höher dosieren.  Warum es jetzt nach 6 Monaten zu einer Verschlechterung kommt?
Am 12.07.2018 wurde Napoleon geröntgt und kastriert, seine Blutwerte vom 10.07.2018 waren die besten, die er je in seinem kurzen Leben hatte, nur ein Leberwert war noch leicht erhöht.
Warum ich überhaupt dieses Risiko einer Narkose eingegangen bin? Zum einen wollte ich auch Napoleon, wie alle unsere Berner geröntgt haben. Zum anderen war diesmal der Verlauf etwas „schöner“ und Schnappi ist inzwischen fast 24 Monate und hat seine Männlichkeit entdeckt, in die er sich leider etwas zu sehr steigerte und die Gefahr dadurch einen Rückfall zu bekommen  war zu hoch.

Den 12.07. hat er gut überstanden,  er lag gut in Narkose und war auch am nächsten Tag wieder ganz der Alte. Die Röntgenbilder waren gemacht und zur Auswertstelle geschickt, durch die Erfahrung wusste ich die Hüfte ist okay, die Ellbogen verhießen nichts Gutes.

Der gefürchtete Brief kam am 27.07. an. HD A1, ED III, FPC bds, Arthrosegrad 3.Nun läuft die Planung, denn Schnappi muss zeitnah operiert werden, wobei seine Blutwerte gerade dagegen sprechen.

Warum ausgerechnet jetzt der Text von Napoleon endlich geschrieben wird?
Wir sind schon immer für offene und ehrliche Worte gewesen und der 2. Geburtstag von Napoleon steht an, im März 2017 hätte niemand gedacht, dass er diesen Tag erleben würde. Wir standen oft vor der Entscheidung in zu erlösen. Das Napoleon ein kompletter Full-Time Job ist, brauche ich nach diesen Zeilen keinem mehr zu sagen. Und der Kampf um sein Leben war wichtiger als diese Zeilen.

Das Kortison und die Krankheit hat Napoleon gezeichnet, er ist geistig und körperlich eingeschränkt. Er ist ein 2 Jähriger Bernerrüde der sich wie ein 6 Monate alter Hund benimmt.
Interessant ist, dass er auch das was er vor Dezember 2016 gelernt hat, kann, alles andere müssen wir täglich aufs Neue lernen.
Wer ihn aber schon einmal kennen lernen durfte weiß, was für ein fröhlicher und herzensguter Hund er ist. Er legt eine Lebensfreude an den Tag, das ist unbeschreiblich.      

L
eider werden wir nun endgültig keinen Hundesport mehr machen, dabei war das vor der Erkrankung seine Leidenschaft und er hätte in die Pfoten seines Großonkels Justus treten können.
Apropos Justus, ja ich werde es niemals bereuen einen zweiten Kukesburger genommen zu haben.
Sie sind sich enorm ähnlich, sie zeigen gleiche Verhaltensweisen und nehmen in der Grundstellung exakt die gleiche Position ein mit rechter Pfote in der Luft ;-)











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